Tiflis / GE. (dwvg) Die vom internationalen Messeverband UFI anerkannte 10. Internationale Messe für Agrarwirtschaft, Lebensmittel, Getränke und Technologie findet vom 03. bis 06. November in der georgischen Hauptstadt statt. Die Expo Georgia tritt in Tiflis mit Unterstützung des Landwirtschaftsministeriums Georgien als Veranstalter auf. Auf dem modernen, spezialgefertigten Messegelände würden den ausstellenden Unternehmen beste Möglichkeit geboten, neue Produkte und Technologien innerhalb des aufstrebenden kaukasischen Marktes vorzustellen, heißt es in einer Presseinfo der Deutschen Wirtschaftsvereinigung Georgien (DWVG).

Während der vier Messetage würden zusätzlich themenspezifische Konferenzen, Seminare sowie Workshops abgehalten. Im letzten Jahr präsentierten bereits 80 Aussteller aus zwölf Ländern ihre Produkte erfolgreich auf einer Fläche von 931 Quadratmetern. Über 3.500 Fachbesucher interessierten sich für die breite Produktpalette, die von Landmaschinen, Pestiziden, Bewässerungssystemen über Getränke, Milch- und Fleischprodukte sowie Backwaren bis hin zu Verpackungs- und Verarbeitungsmaterial reichte. Laut einer Umfrage seitens der Expo Georgia konnten 71 Prozent der Aussteller ihre Teilnahmeziele erreichen, 29 Prozent zumindest teilweise. Demzufolge sollen dieses Jahr alle Aussteller aus 2009 erneut vertreten sein.

Über die Landwirtschaft in Georgien

Der Anteil der Landwirtschaft am georgischen Bruttoinlandsprodukt ist in den letzten Jahren konstant gesunken - von 16,4% in 2004 auf 8,9% im Jahr 2008. Der Markt für Agrarprodukte ist geprägt von wachsenden Importen und stagnierenden Exporten. Dominiert werden die Exporte im Wesentlichen von vier Produktgruppen. An erster Stelle der Agrarexporte stehen hochprozentige alkoholische Produkte aus landwirtschaftlicher Produktion mit 20% Anteil, gefolgt von Weinexporten mit 16%, dem Export von Nüssen mit 15% und dem von Mineral- und Quellwasser mit 14%. Problematisch für inländische Produzenten gestaltet sich die Tatsache, dass durch den Mangel an Handelsbarrieren Nahrungsmittelproduzenten aus Dritte Welt- und Schwellenländern in der Lage sind, aufgrund ihrer Kostenvorteile bei der Produktion ihre günstigeren Produkte in Georgien zu verkaufen. Als Resultat sind georgische Produzenten kaum in der Lage, mit den günstigeren ausländischen Produkten zu konkurrieren. Über 50% der arbeitenden Bevölkerung sind in der Landwirtschaft beschäftigt. Hauptproduzenten sind hierbei kleinbäuerliche Familienbetriebe, die vordergründig die lokale Bevölkerung versorgen. Um die Agrarflächen rentabler zu nutzen, fehlt es jedoch an technischen Produktionsmitteln und betriebswirtschaftlichen Kenntnissen. Die georgische Regierung ist bestrebt darin, die bestehenden Probleme zu lösen und bringt zunehmend ordnungspolitische Reformen und Förderprogramme auf den Weg. Diese tragen dazu bei, den landwirtschaftlichen Ertrag zu steigern und die Branche zu industrialisieren. Unter anderem sind Vergünstigungen beim Erwerb von Agrarflächen für Unternehmen, Unterstützung beim Aufbau von Unternehmen, Steuervergünstigungen und die Bereitschaft zum Ausbau von Infrastruktur bei aussichtsreichen Projekten vorgesehen.

Über das Bruttoinlandsprodukt in Georgien

Die vorderasiatische Republik Georgien zählt rund 4,6 Millionen Einwohner (Stand Juli 2008 | Quelle Wikipedia) - wobei die Zahl seit 1991 (5,4 Millionen Menschen) kontinuierlich zurückgeht. Das nominale Bruttoinlandsprodukt beträgt 10,293 Milliarden US-Dollar (Stand 2007 | Quelle International Monetary Fund, April 2008). Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und Jahr beträgt ungefähr 2'355 US-Dollar.